Medienrecht

Presserat erinnert an berufsethische Regeln.

Darf ein satirischer Beitrag eine Tiermetapher verwenden, um indirekt herabsetzende Vorurteile über Ausländer zu verbreiten? Nein, sagt der Presserat. Denn Satire darf nicht als Deckmantel dienen, um diskriminierende Äusserungen zu verbreiten.

Darf eine Zeitung über die «neue Knast-Liebe» eines verwahrten Straftäters berichten? Für den Presserat ist dies im Prinzip zu verneinen, da private Angelegenheiten eines Strafgefangenen wie Liebesbeziehungen und Heiratspläne die Öffentlichkeit nichts angehen.

Verletzt ein Bild, das einen Täter unmittelbar nach einem von ihm begangenen Anschlag zeigt, dessen Menschenwürde? Für den Presserat ist ein solches Bild zwar grenzwertig.

Darf eine Kommentatorin schreiben, ein Exekutivmitglied verbreite schlechte Stimmung im Gremium? Muss sie den Betroffenen vor der Veröffentlichung deswegen anhören? Der Presserat sagt nein und weist eine Beschwerde gegen die Berner Zeitung ab.