egger gil

In Frankreich erörtert man ein Gesetz gegen die « fake news ». die falschen Nachrichten. Ist aber die Justiz das richtige Mittel? Der Grund für das Problem ist anderswo zu suchen. Die beste Art, selbst gebastelte Informationen zu verbreiten ist, dies über die sozialen Netzwerke zu tun. Das ist nicht ein Zufall, denn die Mehrheit der Jungen sucht dort nach Informationen – oder sollte ich « Informationen » schreiben, denn charakteristisch für den Inhalt ist seine Leichtigkeit. Das Fehlen von ernsthaften Kriterien, begleitet von Lügen oder Manipulationen, erfordert die Anführungszeichen.

Kürzlich konnte man lesen, dass dies erst der Anfang sei. Eine Software – von einem Hacker erarbeitet – also von einem Piraten angeboten, ermöglicht es, mit Videos perfekt zu betrügen. Man kann ein Gesicht völlig unbemerkbar verändern. Die Bewegungen der Lippen werden den gefälschten Aussagen angepasst. Das ist hohe Schule, schwer zu erkennen. Es scheint, dass die Geheimdienste oder deren Beauftragte daran arbeiten, Fälschungen von Videos zu erkennen. Sie versuchen, die Bürger zu schützen.

Von zwei Lösungen des Problems wähle man eine! Entweder das Publikum glaubt niemandem mehr, oder es wendet sich episodisch oder gar oft an glaubhafte Medien. Sei es im Netz, auf Papier oder am Radio und Fernsehen kann es die zuverlässige, kritisch überprüfte Informationsquelle finden. In diesem Kontext wird der Beruf der JournalistInnen immer wichtiger. Es geht nicht mehr darum, Praktikanten das Jonglieren mit faszinierenden Hilfsmitteln der elektronischen Medien bekannt zu machen, sondern ihnen die Grundlagen ernsthafter Überprüfung zu vermitteln, die richtigen Personen zu befragen, wenn nötig sogar auf eine Publikation zu verzichten, wenn die Sache zu emotional wird. Das wichtigste: Die Ehrlichkeit. Diese künftigen JournalistInnen werden einen ebenso begeisternden Beruf ausüben wie jene vor ihnen und auch der künftigen, und dies mit erhöhter Verantwortung.

Gil Egger, Präsident

PS: Unsere Vereinigung hat die letzte Ausgabe des Prix Bouvier unterstützt. Wir haben die Studentinnen und Studenten ermutigt, die Journalisten werden könnten dank der Stiftung Eduki. Wir sind auch da um diese Art von Türen zu öffnen!